Ein Unternehmen startet 80 Projekte gleichzeitig. Keines lässt sich zügig abschließen. Das ist kein Pech oder Unvermögen. Es folgt einer einfachen Logik.
Kürzlich war ich zusammen mit Nicole Weidner bei Thomas Wuttke im Projektmanagement-Podcast (Folge 229). Das Thema: „Weniger ist mehr“. Bezogen auf das Portfoliomanagement.
Was so simpel klingt, provoziert in der Praxis erstaunlich viel Widerstand.
Thomas stellte sofort die richtige Frage: Was sagt denn der Vertrieb dazu? Der stirbt doch bei so einer Argumentation.
Fair enough. Aber die Antwort ist einfacher, als die meisten erwarten.
Das Missverständnis: Weniger heißt nicht Verzicht
„Weniger ist mehr“ bedeutet nicht: weniger Projekte, weniger Umsatz, weniger Ambition. Es bedeutet: weniger gleichzeitig.
Der Unterschied ist entscheidend. Wer 80 Projekte parallel laufen lässt, zwingt die Mitarbeitenden, ständig zwischen Aufgaben zu wechseln. Untersuchungen – unter anderem von Gerald Weinberg – zeigen, dass Context-Switching bis zu 20–25 Prozent der Produktivität kosten kann, wenn man an zwei bis drei Projekten gleichzeitig arbeitet. (Je mehr parallele Projekte es werden, desto mehr schießt dieser Wert in die Höhe.)
Das heißt: Mindestens ein Viertel der bezahlten Arbeitszeit geht verloren – nicht für Ergebnisse, sondern für das Umschalten zwischen Projekten. Für das Wieder-Reinkommen. Für das Beantworten von Rückfragen aus Projekt A, während Projekt B gerade Aufmerksamkeit braucht.
Die Alternative: Starte zunächst nur die wichtigsten Projekte. Staffele den Rest. Jedes einzelne Projekt lässt sich schneller abschließen – und der Gesamtdurchsatz steigt.
„Mach nicht 80 Projekte in deiner Organisation auf einmal, sondern mach erstmal nur die zehn wichtigsten. Dann sorgst du dafür, dass diese 10 Projekte relativ zügig fertig werden – und die nachrückenden Projekte in der Pipeline werden dann genauso schnell fertig.“
Das Grundprinzip ist nicht neu. Es steckt in der Theory of Constraints, in Kanban, in Little’s Law. Was das Execution Excellence Manifesto daraus macht: Die konsequente Übersetzung auf die spezifische Situation von KMU, die weder 18 Monate Zeit für einen umfassenden Change-Prozess noch ein eigenes PMO haben.
Der Golf Diesel und die Systemgrenze
Als Thomas im Podcast nachbohrte – Aber der Vertrieb! – fiel mir eine Analogie ein, die ich seitdem nicht mehr loswerde:
„Jedes System hat eine Maximalkapazität. Ich hatte in meiner Jugend mal einen Golf Diesel mit 54 PS. Ich konnte machen, was ich wollte – der ist keine 200 gefahren. Ging nicht. So hat auch die Delivery in einem Unternehmen systemische Begrenzungen und ist nur zu einem bestimmten maximalen Output in der Lage.“
Die Strategie steht. Die Jahresplanung ist fertig. Aber drei Monate später hakt es in der Umsetzung: Projekte dauern länger als geplant, Prioritäten sind unklar, und trotz 100% Auslastung werden zu wenige Projekte abgeschlossen.
Kommt Ihnen bekannt vor?
Gemeinsam mit der Community of Practice „Pragmatisches Multiprojektmanagement für KMU“ im PMI Germany Chapter organisiere ich am 26. März 2026 das KMU-Event München für Geschäftsführer und Entscheider.
KMU-Event München: Ein Tag, drei Ergebnisse:
Klarheit – Warum Projekte länger dauern als nötig
Zahlen – Ein Business Case für Ihre Situation
Fahrplan – Konkrete Schritte für die ersten Wochen
Keine Theorie-Marathons. Keine Best Practices aus Konzernen, die in KMU nicht funktionieren.
Stattdessen: Pragmatische Methoden, die mit Ihrer bestehenden Mannschaft funktionieren – entwickelt von Praktikern, getestet in der Praxis.
Event-Details:
Datum: 26. März 2026, 09:00–18:00 Uhr
Ort: Xenium AG, München
Für: Geschäftsführer und Entscheider in KMU (50–500 Mitarbeiter)
Führungskräfte und Projektmitarbeitende haben oft unterschiedliche Sichtweisen auf den Stand der laufenden Projekte. Als Einzelperson mit nur der eigenen Perspektive verliert man schnell den Überblick über das große Ganze. Es kommt zu Ineffizienzen, Missverständnissen und Zielkonflikten.
Die einfache Lösung lautet: Schaffen Sie mittels Visualisierung für alle Beteiligten Transparenz über die aktuelle Projektlandschaft! So richten Sie Ihre Organisation auf einen gemeinsames Bild zum Projektportfolio aus.
Der Vorteil visueller Darstellungen
Als visuelle Wesen können wir Menschen komplexe Informationen besonders gut mit Hilfe von Bildern erfassen. Für Projektportfolios eignen sich intuitive Ansichten wie:
Projektübersichten mit Terminen, Budgets, Phasen und Risiken
Portfolio-Heatmaps zu Ressourcen und Kapazitätsauslastung
Fortschrittsansichten mit Projektstatus auf einen Blick
Finanzberichte zu Kosten, Wertbeiträgen und Erträgen.
Solche Visualisierungen geben allen Beteiligten einen Blick auf die aktuelle Situation und schaffen ein gemeinsames Verständnis.
So erreichen Sie ein Alignment der gesamten Organisation
Oft wird das Visualisierungsprinzip jedoch nicht konsequent umgesetzt. Häufige Hemmnisse sind:
Beschränkter Zugriff: Nur wenige haben Zugriff auf Portfolioinformationen.
Insellösungen: Verschiedene, nicht integrierte Tools für Berichte und Visualisierungen.
Manueller Aufwand: Hoher Zeitaufwand für die Datenaufbereitung. (Projektleiter:innen, Hand aufs Herz: Liebt ihr das Reporting?)
Setzen Sie hier an: Nutzen Sie moderne, cloudbasierte Lösungen für Projektportfolio-Management. So haben alle Stakeholder von überall Zugriff auf zentrale, aktuelle Sichten.
Integrieren Sie Reporting und Visualisierung nahtlos in bestehende Systeme und automatisieren Sie Reporting-Aufgaben weitestgehend.
Am wichtigsten: Beseitigen Sie Zugangsbarrieren! Je leichter und niedrigschwelliger der Zugriff auf Portfoliodaten ist, desto besser können Sie ein gemeinsames Verständnis in der Organisation schaffen und die Strategieumsetzung gemeinsam vorantreiben.
Das Execution Excellence Manifest zeigt weitere praxiserprobte Prinzipien für effizientes Projektportfolio-Management.…
Parallel laufende Projekte, ständige Feuerwehr-Einsätze, und der Überblick geht verloren – ein bekanntes Szenario in vielen Unternehmen. Doch es gibt einen Ausweg aus diesem Projektportfolio-Durcheinander:
Kennzahlen: Der Schlüssel zur Transparenz des Projektportfolios
Je mehr Vorhaben gleichzeitig laufen, desto komplexer wird die Gemengelage. Risiken wie Überlastungen, Verzögerungen und Kostenüberschreitungen treten auf. Ohne aussagekräftige Kennzahlen bleiben Warnzeichen oft unentdeckt, bis es zu spät ist. Richten Sie daher frühzeitig eine effektive Kennzahlen-Überwachung ein.
Drei Kernindikatoren für den Überblick:
Projektfortschritt im Vergleich zu Meilenstein-Plänen
Verhältnis von Ressourcenauslastung zur Kapazität
Finanzstatus inklusive Budgets und Profitabilität
Eine Ampellogik kann den aktuellen Status sofort erkenntlich machen.
Kontinuierliche Bewertung – das Frühwarnsystem
Den entscheidenden Unterschied macht das aktive Monitoring der Kennzahlen. Etablieren Sie daher einen kontrollierten Prüf-Rhythmus, z.B. alle zwei oder vier Wochen.
In diesen Jour Fixe Meetings analysieren Sie Auffälligkeiten, ergründen Abweichungsursachen und leiten bei Bedarf Gegenmaßnahmen ein:
Neubewertung und Priorisierung von Projekten
Zuweisung zusätzlicher Ressourcen und Budgets
Anpassung von Terminen und Eckdaten
So bringen Sie Ihr Projektportfolio auf Kurs und schaffen günstige Bedingungen für die Umsetzung der Unternehmensstrategie.
Ein kerngesundes Projektportfolio durch kennzahlenbasierte Steuerung ist einer der Schlüssel zu exzellenter Strategieumsetzung. Mehr dazu im Execution Excellence Manifest.…
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